Ausgabe #24: Wenn dein Profil sich nicht mehr von selbst erklärt

Ausgabe #24: Wenn dein Profil sich nicht mehr von selbst erklärt

Viele Menschen in Karriereübergängen überspringen den ersten Schritt: Was will ich wirklich? Warum innere Klarheit die Grundlage für jede erfolgreiche Positionierung ist.

Liebe Leserin, lieber Leser,

du hast alles, was auf dem Papier zählt.

Erfahrung. Verantwortung. Erfolge, die sich sehen lassen. Vielleicht eine Karriere, die andere beeindruckt – und dich selbst gerade nicht mehr erfüllt.

Und trotzdem passiert es: Du bewirbst dich. Du gehst in Gespräche. Und irgendwas stimmt nicht. Die Resonanz passt nicht zu dem, was du einbringst. Die richtigen Türen öffnen sich nicht.

Was läuft falsch?


Die Antwort, die die meisten nicht erwarten

In meiner Arbeit mit Menschen in Karriereübergängen höre ich häufig denselben Satz: „Ich dachte, mein Profil erklärt sich von selbst.“

Tut es nicht.

Nicht weil das Profil zu schwach wäre. Sondern weil niemand außer dir weiß, wer du wirklich bist, was dich antreibt und was du in der nächsten Rolle wirklich willst.

Auf dem Papier steht, was du gemacht hast. Was fehlt, ist das Warum. Die Haltung dahinter. Die Richtung, in die du willst. Und genau das ist es, was Menschen überzeugt – nicht die Liste der Stationen.


Was wirklich im Weg steht

Ich begleite seit Jahren Menschen, die fachlich stark sind und trotzdem feststecken. Was ich dabei immer wieder beobachte:

Der erste Schritt wird übersprungen.

Viele beginnen mit dem Lebenslauf. Mit der Bewerbung. Mit der Frage: Wo könnte ich passen?

Aber die eigentliche Frage kommt davor: Was will ich wirklich?

Nicht was realistisch ist. Nicht was sicher ist. Sondern was wirklich stimmt.

Diese Frage klingt einfach. Sie ist es nicht. Denn die ehrliche Antwort stört manchmal das, was wir uns und anderen bisher erzählt haben.


Was passiert, wenn man sie trotzdem stellt

In einem Karrierecoaching-Prozess, den ich begleitet habe, wurde in der ersten echten Reflexionsrunde sichtbar:

Die Klientin wollte nicht die nächste gute Stelle. Sie wollte Gestaltung. Freiraum. Eine Organisation, in der sie wirklich etwas bewegen kann – nicht nur verwalten.

Dieser Unterschied veränderte alles.

Nicht den Lebenslauf. Nicht die Erfahrung. Aber die Art, wie sie über sich sprach. Was sie suchte. Wen sie ansprach. Und wie sie in Gesprächen wirkte.

Der Wendepunkt im Prozess kam nicht im Interview. Er kam vorher – in dem Moment, als sie sagte: „Ich habe nie wirklich erzählt, wer ich bin.“

Von dort aus war der Weg klarer.


Was das mit dir zu tun hat

Wenn du gerade an einem ähnlichen Punkt stehst – kompetent, aber irgendwie unsichtbar – dann lohnt es sich, zuerst nach innen zu schauen, bevor du nach außen gehst.

Nicht als Selbstzweck. Sondern weil Klarheit über das eigene Warum die Grundlage für alles andere ist: für die Positionierung, für den Pitch, für das Gespräch, das wirklich passt.

Wer nicht weiß, was er will, kann sich nicht überzeugend vertreten – egal wie stark das Profil auf dem Papier ist.


Reflexionsfrage

Wenn du ehrlich bist: Bewirbst du dich gerade auf Stellen, die zu dir passen – oder auf Stellen, die sicher klingen? Und weißt du, worin der Unterschied liegt?


UTURN-Impuls

Der nächste Schritt beginnt nicht mit dem Lebenslauf.

Er beginnt mit der Frage, was du wirklich willst – und der Bereitschaft, diese Antwort ernst zu nehmen, auch wenn sie unbequem ist.

Denn wer seinen inneren Kompass versteht, findet nicht irgendeinen Weg. Sondern seinen.

Herzliche Grüße

Christina Georgsson

UTURN Die Zukunft gehört Menschen mit innerem Kompass.

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